LEITERIN DER SOZIALSTATION DES DEUTSCHEN HILFSVEREINS THAILAND E. V.

 

Leiterin der Sozialstation des Deutschen Hilfsvereins Thailand e. V. 



Franziska Chawla ist in der deutschsprachigen Gemeinde keine Unbekannte, denn schließlich lebt sie seit 1980 in Thailand. Geboren wurde sie in Stuttgart, wo sie auch zur Schule ging und das Abitur machte. Nach dem Abitur leistete sie ein soziales Jahr in Hegenberg in Baden-Württemberg und kümmerte sich um geistig behinderte Kinder.
Auch danach blieb sie sozial engagiert. Es folgte ein Studium der Sozialarbeit an der Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen und Religionspädagogik in Freiburg. Wie sich erst viel später herausstellte, hatte auch Isolde Bartel, die Frau des Pfarrers der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde in Bangkok, an diesem Institut studiert.
Das Studium bestand aus sechs Semestern Theorie und zwei Semestern Praxis. Ein Praxissemester verbrachte sie beim Jugendamt in Berlin-Wedding und das zweite in Bangkok bei der Evangelischen Gemeinde. Sie schloss ihr Studium 1981 als Diplomsozialarbeiterin ab, wobei sie ihre Diplomarbeit in Bangkok geschrieben hatte. Ihren Mann, einen thailändischen Geschäftsmann indischer Abstammung, lernte sie in Deutschland kennen, daher ihr Entschluss, sich in Thailand niederzulassen. So arbeitete sie in verschiedenen Branchen, hauptsächlich im Reisebüro und einem Guesthouse.
In Thailand setzte sie ihr Studium fort, und zwar in Counseling Psychology, das jedoch noch nicht abgeschlossen ist. In Bangkok war sie auch bei einer psychologischen Beratungsagentur tätig.

In der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde ist sie seit langem präsent; sie war sogar einmal Gemeindekirchenratsvorsitzende.
Heute, nach der Trennung von ihrem Mann, arbeitet Franziska Chawla als Leiterin der Sozialstation des Deutschen Hilfsvereins Thailand e. V., bei dem sie seit Mai 2007 mit dabei ist. Ihre langjährigen Erfahrungen auf dem sozialen Sektor und ihre Sprachkenntnisse, sie spricht auch Englisch und Thai, kommen ihr dabei zugute. Unterstützt wird sie im Büro von Susanne Suvanasuthi, einer Deutsch-Thailänderin.
Über ihr jetziges Tätigkeitsfeld sagt Franziska Chawla: „Der Verein, der vor über einem Jahr vom damaligen deutschen Botschafter Dr. Christoph Brümmer gegründet wurde, hat schon vielfältige Hilfen leisten können. Wir beraten Deutsche, dazu zählen auch deutschsprachige Staatenlose, bei Problemen mit thailändischen Behörden. Aber wir versuchen auch denen Hilfestellung zu geben, die unschuldig in Not geraten sind.“
Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, vorwiegend deutsche Staatsbürger, zeitlich begrenzt zu unterstützen. Die Arbeit geht von der Alten- und Krankenpflege über Jugendarbeit bis hin zur Häftlingsbetreuung. Vor allem ältere Deutsche, die sich in ihrem Ruhestand in Thailand niederlassen, haben oft alle Brücken hinter sich abgebrochen und leben hier ohne Krankenversicherung. Oft ist es besser, sie in Notfällen nach Deutschland zurück zu schaffen, weil das soziale Netz dort leichter organisiert werden kann.
Sie betont jedoch, dass Verantwortungslosigkeit und Leichtsinn vom Verein nicht unterstützt werden. „Immer geht es darum, in einer Beratung tragbare Lösungen finden, das Machbare aufzuzeigen und zu erweitern, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.“

von Peter Nordhues

Pattaya Blatt 7. Jahrgang  Ausgabe Nr. 28  8. Juli - 14. Juli 2008

Rubrik: Gestatten, mein Name ist…

http://www.pattayablatt.com/314/Gestatten.shtml

 

 
 
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