"Als Rentner in Thailand leben"
 
Als Rentner in Thailand leben

Aufenthaltsgenehmigung

Thailand ist in diesem Sinne kein Auswanderungsland. In der Regel wollen Deutsche ja auch nicht Thailänder werden (Das ist übrigens ein äußerst langwieriger Prozess, der von vielen Voraussetzungen abhängig ist). Eine wichtige Bedingung bei allen Visaanträgen der Einkommensnachweis. Die Be-stimmungen für das Mindesteinkommen werden immer weiter in die Höhe ge-schraubt. Die Aufenthaltsbestimmungen sind kompliziert und undurchsichtig. Dazu steht vieles im Ermessen der einzelnen Beamten, und daher gibt es unterschiedliche Vorge-hensweisen. Alles was Sie übers Internet erfahren, kann im Einzelfall ganz anders aussehen.

Krankenversicherungen

Es gibt nur wenige Krankenversicherungen, die Menschen über sechzig Jahre als Mitglied aufnehmen. – Was ist aber, wenn Sie 70 Jahre alt sind und mehr – die mei-sten Versicherungen haben Obergrenzen. Selbstverständlich sind die Beiträge nach Alter gestaffelt. Der Versicherungszeitraum gilt jeweils nur für ein Jahr. Danach wird man neu eingestuft, nach einer gründlichen Untersuchung.

Je besser und umfangreicher der Versicherungsschutz ist, desto höher die Beiträge. Es kann passieren, dass Sie eine teure Versicherung abschließen, die sich dann doch weigert, die Kosten zu übernehmen, weil es sich um eine chronische Erkran-kung handelt, die fast immer ausgeschlossen ist. Informationen zum Thema Krankenversicherung:

http://www.thai-ticker.com/urlaub/resident.htm
http://www.siam-info.de (Vergleich verschiedener Versicherungen)

Krankenhäuser

In Thailand gibt es ausgezeichnete Krankenhäuser, die von Ausstattung und Service einem Fünf-Sterne-Hotel gleichkommen, die aber auch preislich einem deutschen Krankenhausaufenthalt nahe kommen oder die Kosten noch übersteigen können. Staatliche Krankenhäuser sind durchaus erschwinglich (eine vierfache Bypass-Operation kostet ca. 300.000 Baht). Hier muss man jedoch mit langen Wartezeiten rechnen. Mehrbettzimmer (bis zu 40 Betten in einem Großraum) sind die Norm. Ein-zelzimmer kosten extra. Die Kosten für Ausländer sind auch hier durchweg höher als für Thailänder.

Pflegepersonal

Pflegepersonal gibt es in vielen unterschiedlichen Qualitäten. Da sind zum Beispiel die Verwandten der Putzfrau, die in keiner Weise fachlich qualifiziert sind, die jedoch möglicherweise durchaus einem betagten Menschen Gesellschaft leisten und ihn versorgen können. Für Kranke, die fachmännische Pflege bedürfen vermitteln Agenturen Pflegeperso-nal. Man kann monatliche Verträge abschließen, die Kosten richten sich nach Vor-bildung und Sprachkenntnissen und schwere der Behinderung sowie Entfernung von der Agentur. Auch über die Krankenhäuser kann man Pflegerinnen für die Pflege im Krankenhaus oder zuhause engagieren.

Pflegeheime

In Bezug auf Pflegeheime sieht die Situation ähnlich aus. Ich kenne ein Pflegeheim, in dem ich regelmäßig Patienten besuche. Natürlich spricht man dort kein Deutsch. Freiwillige vom Deutschen Hilfsverein machen aber regelmäßige Besuche. Da es auf engen Raum begrenzt ist, bleibt den Einwohnern kaum Bewegungsspiel-raum. In der Regel liegen oder sitzen sie in ihren Betten von früh bis spät, oder zur Abwechslung auch mal auf dem Gang. Die Patienten werden dort hygienisch ver-sorgt und ernährt. Es gibt auch die Möglichkeit der Physiotherapie.
http://www.goldenyears.co.th/en/

Altersheime

Es gibt in Thailand nur sehr wenige staatliche Altersheime, da in der Regel die eige-nen Kinder für die Eltern sorgen. Ausländer finden hier grundsätzlich keine Aufnah-me

Wohnanlagen für Senioren

Es gibt neuerdings einige Projekte, die Wohnanlagen für Senioren bauen. Es handelt sich meist um gepflegte Villenanlagen mit vielseitigem Komfort und Service, was auch einen entsprechenden Preis fordert.

Sonderfall: Frührentner

Frührentner hoffen, dass sie mit ihrem kleinen Einkommen hier in Thailand ver-gleichsweise besser leben können als in Deutschland. Das trifft jedoch nur insofern zu als die Frührente regelmäßig bezahlt wird und keine Kosten für Krankenbehand-lung anfallen.

In Wirklichkeit kommt es aber häufig vor, dass Frührenten nur für einen begrenzten Zeitraum gezahlt werden, und oft ohne vorherige Warnung vollkommen eingestellt oder um 30 - 50% gekürzt werden. Besonders hart trifft das diejenigen, die bereits Ratenverträge zum Kauf eines Hauses oder Fahrzeugs abgeschlossen haben, und dann nicht mehr in der Lage sind die Raten zu bezahlen.

Der Grund für die Frührente war ja meist ein körperliches Leiden, das oft auch hier regelmäßige Behandlung erfordert. Im Ausland greift jedoch die gesetzliche Kran-kenversicherung nicht. Private Versicherungen schließen häufig solche bereits be-kannten Erkrankungen von vornherein aus. So muss man für Behandlung selbst aufkommen.

Für Frührentner ist ein Daueraufenthalt in Thailand aus obigen Gründen nicht zu empfehlen.

Fazit:

Thailand ist ein schönes Land, um seinen Ruhestand zu verbringen, solange man gesund ist. Wenn altersbedingte Schwächen und Krankheiten eintreten, ist man in Deutschland sicherlich besser aufgehoben.

Als Tourist lebt man in Thailand am besten; dann hat man tatsächlich nur mit den Sonnenseiten zu tun. So genügt eine Reiseversicherung, die in der Regel recht preisgünstig ist.

Bei Langzeit-Aufenthalten kommt man nicht umhin, Behördengänge zu machen. (Aufenthaltsgenehmigung, …) Wenn man die thailändische Sprache nicht be-herrscht, ist man auf die Hilfe einer Vertrauensperson angewiesen.

Es gibt kein soziales Netz für Deutsche im Ausland. Wer ohne Versicherung aus-reist, muss wissen, dass es keine Organisation gibt, die für eventuelle Kosten auf-kommt, auch nicht in Notfällen. Die Botschaft kann lediglich den Kontakt zu Angehö-rigen herstellen, mit der Bitte in der Notlage zu helfen. So können akute schwere Erkrankungen oder Unfälle eine Familie in den Ruin treiben.

Man sollte unbedingt vermeiden alle Brücken in der alten Heimat abzubrechen. Eine Krankenversicherung in Deutschland und einen Wohnsitz bei Kindern oder Freunden zu behalten ist sicherlich sinnvoll.

 
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