"Unterrichten in Thailand "
 
Unterrichten in Thailand

Obwohl man durch manche Internetseiten den Eindruck gewinnt, dass jeder ein Lehrer in Thailand sein kann, muss man doch deutlich sagen, dass dies nicht der Fall ist.

Viele stellen es sich sehr leicht vor und versuchen in Thailand ihr Glück als Lehrer. Aber schon bald kommen die bitteren Erkenntnisse, dass nicht alles so rosig ist, wie es angepriesen wird: Man ist mit den Schülern überfordert, wird nicht regelmäßig bezahlt, hat oft kein verlässliches monatliches Einkommen, braucht einen Arzt und stellt dann fest, dass eine Rechnung über 5.000THB eigentlich schon weit über dem eigenen finanziellen Budget liegt.

Dies sind nur wenige Beispiele dafür, dass es gut überlegt sein muss, ob man in Thailand als Lehrer arbeiten möchte bzw. überhaupt kann.

Hier einige Fakten über das Unterrichten in Thailand:

  • internationale/ private Schulen; sind grundsätzlich die beste Adresse. Allerdings hat man ohne einen BA/ Dipl./ MA o. ä. in dem jeweiligen Unterrichtsfach bzw. in Deutsch oder Englisch keine Chance auf eine dieser Stellen. Zumal für Englisch zudem noch gilt, dass für keine Muttersprachler (non native speaker), die Chancen doppelt schlecht sind.
  • Staatliche Thaischulen; Oftmals werden an staatlichen Thaischulen „Farangs“ als zusätzliche Englischlehrer eingesetzt. Diese Stellen werden oft über bestimmte Institutionen vergeben. Diese sind mit ihren Auswahlkriterien nicht ganz so streng. Dennoch gilt auch hier, dass im Regelfall mindestens ein TESOL- Zertifikat benötigt wird, um unterrichten zu können. Allerdings sind diese Stellen meist im Graubereich angesiedelt und man wartet vergebens auf ordentliche Arbeitsverträge oder Arbeitserlaubnisse. Der Gehalt ist meist um die 30.000 THB angesiedelt. Zudem gilt die Regel: umso kulanter eine Schule ist, umso weniger Qualifikationen sie von Lehrern voraussetzt, um so eher bewegt man sich rechtlich auf einem sehr dünnen Eis. Man darf nicht vergessen, dass unterrichten ohne Arbeitserlaubnis auch in Thailand illegal ist. Darüber hinaus dürfen die Bedingungen an vielen Thaischulen nicht vergessen werden, wie z. B. Klassenstärken von ca. 45 Schülern, kaum Unterstützung bei der Unterrichtsvorbereitung weder seitens der Schule noch seitens des Institutes, die dazu führen, dass viele Lehrer dies nicht lange durchhalten.nicht englischer Muttersprachler (non native speaker) eine Stelle als Englischlehrer zu bekommen ist auch hier sehr schwierig, da man zumindest sehr gute Englischkenntnisse und vor allem sehr wenig Akzent haben muss. Ansonsten gehen auch hier die Chancen gen Null. Als Deutschlehrer zu arbeiten ist ebenfalls kaum rentabel, da die Nachfrage nach der Deutschen Sprache im Vergleich zu Englisch sehr gering ist.
  • Allgemeine Bedingungen unter denen viele Lehrer in Thailand/ speziell in BKK leben:
    • Wohnung ohne Warmwasser
    • Essen zu 90% auf der Straße
    • 6-7 (!) Tage Arbeitswoche
    • sehr unregelmäßige und unvorhersehbare Einkommen (15.000 – 35.000 THB)
    • viel Arbeit am Wochenende und in den Abendstunden
    • mehrere Arbeitgeber haben, (d.h. tägliche quer durch BKK fahren)
    • bei Krankheit: günstige Krankenhäuser aufsuchen – aus Kostengründen bzw. nicht zum Arzt gehen
    • ständige Geldsorgen haben
    • regelmäßige Visaruns und Visaunsicherheit
    • illegales Arbeiten

Zudem gibt es Personengruppen denen von einer Karriere als Lehrer in Thailand vollständig abzuraten ist. Dies sind insbesondere;

  • Personen über 40 Jahre,
  • Personen mit niedrigem Bildungsstand,
  • ernsthaft kranke Menschen,
  • Deutschsprachige mit geringen Englischkenntnissen und Akzent, die Englischlehrer sein wollen und
  • Personen, die nicht sparsam leben wollen oder können

Die Gründe hierfür liegen schlichtweg entweder in den geringen Einstellungschancen und/ oder in den geringen Verdienstmöglichkeiten. Gerade bei Krankheit oder im Alter lässt der gängige Lehrergehalt in Thailand kaum zu, genug Geld für Notfälle oder gar als Rente zu sparen. Darüber hinaus sind überall in BKK Verlockungen, wie z. B. Bars, Einkaufstempel und Vergnügungsetablissements zu finden, die einen Lehrergehalt sehr schnell zum Schmelzen bringen können. Zusätzlich wird an guten, etablierten und zuverlässigen Schulen (egal ob Thaischule oder Sprachschule) verstärkt Wert auf Qualität gelegt, wodurch nur diejenigen eine langfristige und gute finanzielle Perspektive haben, die ihre Arbeit ernst nehmen, bereit sind sich weiterzuentwickeln, zuverlässig sind und die entsprechenden Einstellungsvoraussetzungen (z.B. TESOL/Celta-Zertifikat, BA/MA/Dipl, Zusatzqualifikationen) erfüllen können.

Schlussendlich muss es reiflich überlegt sein, ob eine Lehrerkarriere in Thailand für einen erstrebenswert und vor allem überhaupt möglich sein kann.

Durch unüberlegtes, kurzfristig gedachtes Handeln ist schon so ein mancher Lehrer nach kurzer Zeit aus seinem Traum in der Gosse wieder erwacht.

 
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